Das jährlich stattfindende Rheintaler Wirtschaftsforum ging 2026 bereits in die 31. Runde und war erneut ein Hotspot für Politiker, Unternehmer, Experten und Interessierte. Die Speaker waren gewohnt hochkarätig und gaben Einblick in ganz besondere Themen.
St.Gallen als Gründerkanton
Den Anfang machte Regierungspräsident Beat Tinner. Die Zeiten sind turbulent. Bereits zu Jahresbeginn wurde der Kanton St.Gallen mit der Crans-Montana-Tragödie konfrontiert. «Das hat uns als Kanton sehr getroffen.»
Das Jahr geht zudem turbulent weiter. Schon bald steht die Abstimmung rund um Wilwest ins Haus. «Diese Abstimmung hat eine besonders grosse Wichtigkeit. Sie ist ein Herzensanliegen von mir persönlich.» Zudem wurde vor wenigen Tagen auch eine neue Gründungsplattform lanciert, mit welcher Gründer ihr Unternehmen komplett digital anmelden können. «Wir wollen uns weiterhin als Gründerkanton profilieren.»
Reto Monsch, Vorsitzender der GL der Alphan Rheintal Bank, brachte Einblick in das Bankenwesen. Der Franken bleibe stark, Anlegen sei allerdings schon leichter gewesen. «Dennoch würde ich die Währung meines Geldes nicht wechseln. Zudem lohnt es sich, wenn man diversifiziert, also verschieden, anlegt.»
Den Abschluss der Begrüssungsrunde machte Urs Schneider, VRP der Galledia-Gruppe. Genau wie auch am 31. Wirtschaftsforum sei Regionalität in den Medien der Schlüssel. «Hier hat uns Google noch nichts weggenommen.»
Wirtschaft als Verteidigungslinie
Im Anschluss übernahm Bundesrat Martin Pfister. Er begann im letzten Jahr die Nachfolge von Viola Amherd und damit die Leitung des VBS. Derzeit befindet sich die Schweiz in einem epochalen Umbruch, damals losgetreten durch den Krieg in der Ukraine. «Ein Krieg kann ganz klein beginnen und dann immer grösser werden.» Derzeit werde beobachtet, dass die ganze Welt immer weiter aufrüste. «Das zeigt unseren geopolitischen Wandel.»
Das Stichwort der Stunde: Wirtschaftliche Kriegsführung. Grossmächte würden demnach vor allem mit wirtschaftlichen Mitteln Krieg führen. «Energie, Datenflüsse und Versorgungsrouten sind Teil unserer modernen Sicherheit.» Das merkte man beispielsweise in Berlin, als über mehrere Tage hinweg der Strom ausfiel. «Die Schweiz ist extrem vernetzt.» Daher wäre ein Schlag gegen die Infrastruktur fatal. «Wirtschaft ist die erste Verteidigungslinie in unserem Land.»
Der VBS-Leiter war sich der Probleme allerdings bewusst und gelobte Fortschritte. «Wir müssen die Verteidigungsfähigkeit erhöhen. Beispielsweise im Luftraum und beim Schutz von Distanzwaffen müssen wir ordentlich über die Bücher.» Die Schweiz soll gewissermassen die Ordnung im Chaos sein. «Ich setze mich mit aller Kraft für den Erfolg ein. Alles, was wir tun, tun wir mit Hoffnung auf eine bessere Schweiz.»