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Berneck
11.04.2022
11.04.2022 17:30 Uhr

Musikalische Frühlingsgrüsse und ein neuer Dirigent

Der MV Berneck spielte auf,  als ob es nie eine Coronapause gegeben hätte
Der MV Berneck spielte auf, als ob es nie eine Coronapause gegeben hätte Bild: Ulrike Huber
Endlich wieder ein Frühjahrskonzert des Musikvereins Berneck. Nach zwei Jahren Unterbrechung konnten die Musiker am Sonntag in der MZH Bünt wieder aufspielen. Mit neuem Dirigenten und in ausgezeichneter Spiellaune.

Rund zweihundert Zuhörer waren in die Bernecker MZH Bünt gekommen, um «ihrem» MV Berneck zuzuhören. Denn dieser Musikverein ist ein «echter» Dorfverein im besten Sinne des Wortes. So bevölkerten auch viele Verwandte und Bekannte des Orchesters den Saal und den anschliessenden Apéro.

Die Jugendmusik Au-Berneck-Heerbrugg mit Dirigent Martin Degasper zeigte eine reife Leistung Bild: Ulrike Huber

Dirigenten-Interregnum beendet

Die zwei Jahre Pause und das «Dirigenten-Interregnum» seit dem Ausscheiden von Langzeit-Stabführer Bruno Ritter sind offenbar spurlos am Musikverein vorbeigegangen. Denn das Spiel unter dem neuen Dirigenten Tobias Scherrer, der die Proben seit Anfang Januar leitet, war von aussergewöhnlicher Qualität.

  • Es war das letzte Konzert, das Martin Degasper als Dirigent der Jugenmusik leitete Bild: Ulrike Huber
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Doch bevor die Aktiven zu ihren Instrumenten griffen, zeigte die Jugendmusik Au-Berneck-Heerbrugg, was sie sich mit ihrem musikalischen Leiter Martin Degasper, der leider zum letzten Mal am Dirigentenpult stand, erarbeitet hatte.

Die Zuhörer zeigten sich begeistert Bild: Ulrike Huber

Nämlich ebenfalls eine für Jugendmusiken aussergewöhnliche Qualität. Satt im Klang und fehlerfrei in der Intonation brachten sie mit den Melodien aus dem Disney-Zeichentrickfilm «Tarzan», für den Phil Collins viele Ohrwürmer geschrieben hatte, das Publikum in Stimmung.

Mit dem neuen Dirigenten Tobias Scherer und der noch beinahe neuen Fahne begann der Musikverein sein Programm Bild: Ulrike Huber

Wir sind die Monster

Eine sehr gute Leistung zeigten die jungen Musiker dann auch bei der Komposition «Monsters» von Thomas Doss. Monsters wurde beim Kompositionswettbewerb «Symphonic Wind Composers Project» mit dem ersten Preis ausgezeichnet. «Wir sind die Monster. Wir sind die Monster. Wenn du uns nicht fürchtest wirst du's bald bereuen!» Ein schwieriges Stück, von der Jugendmusik mit Bravour gemeistert.

Dirigent Tobias Scherer schwang erstmals den Taktstock Bild: Ulrike Huber

Mit dem «Salute from Lucerne», einem fanfarenträchtigen Stück Musik, zu dem auch die noch junge Vereinsfahne geschwungen wurde, begrüssten die Aktiven ihre Zuhörer. Um dann gleich ihr Wettspielstück für den Kreismusiktag in Au vom 20. bis 22. Mai zu präsentieren.

  • Alle Register fügten sich nahtlos in das Orchester ein Bild: Ulrike Huber
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  • Isabelle Bischofsberger an der Zugposaune Bild: Ulrike Huber
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  • Die Klarinettisten mit Gaby Strack und Philipp Färber Bild: Ulrike Huber
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  • Gaby Strack führte gewohnt souverän durch den Abend Bild: Ulrike Huber
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  • Isabell Fässler zupfte am Kontrabass Bild: Ulrike Huber
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«Lord Tullamore» von Carl Wittrock heisst das symphonische Stück, das aber nichts mit dem beliebten «Tullamore Whisky» aus Irland und schon gar nicht mit den torfigen Zungenschmeichlern aus Schottland zu tun hat.

Video: Ulrike Huber

Elegische Bedeutungsschwere

Das mitklingende irische beschwingte Lebensgefühl erinnerte an Michael Flatleys «Lord of the Dance», bevor die Musik zu elegischer Bedeutungsschwere wechselte. Marina Hassler zeichnete sich mit ihrem Oboe-Solo aus. Der Klangkörper spielte wie aus einem Guss. Ja, sie sind wieder da, die Bernecker Blasmusiker. Obwohl sie ja nie wirklich fort waren.

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Originell das Spiel des Zugposaunenregisters beim Stück «Lassus Trombones». Da kamen die Posaunen so wirklich zum Zug (Vorsicht: Wortspiel). Und verbreiteten im Saal eine herrliche swingende Stimmung á la Benny Goodman, dem berühmten US-Posaunisten der Dreissiger- und Vierzigerjahre des vorigen Jahrhunderts. Originell waren auch die Überleitungen von Gaby Strack, die gewohnt souverän durch den Abend führte.

  • Präsident Philipp Färber begrüsste... Bild: Ulrike Huber
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  • ...den neuen Dirigenten Tobias Scherer Bild: Ulrike Huber
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Ohrenschmeichler und tolle Soli

Es folgten noch Ohrenschmeichler von Andrew Lloyd Webber, die wieder einmal zeigten, was einen Meisterkomponisten vom ambitionierten Mittelmass unterscheidet.

Video: Ulrike Huber

Pascal Krüsi mit einem tollen Solo am Flügelhorn und Michael Schläpfer mit der «Ratschgurke» brachten mit dem ganzen Orchester dann heitere Frühlingsstimmung mit dem Evergreen «Under the Boardwalk». Und mit einem Medley der vielen Number-One-Hits von «Tiger» Tom Jones sowie einer nicht fehlen dürfenden Marsch-Zugabe entliessen die Musiker ihre begeisterten Zuhörer in den noch jungen Abend.

rheintal24/gmh/uh