Die Bürgerinformation zum Beitritt in den Zweckverband Feuerwehr Unteres Rheintal (ZFUR) zeigte eines deutlich. Die politische Führung will unbedingt den Beitritt, koste es, was es wolle. Und dementsprechend wurden auch Argumente gebastelt, welche schwammig und spekulativ sind, basierend auf Zahlen, beginnend mit dem Jahr 2021.
Schön, dass uns gesagt wurde, wie viele Einwohner das untere Rheintal hat und wie hoch der Gebäudeversicherungswert ist. Aber ändert sich das mit einem ZFUR? Ist ja mit den heutigen Feuerwehren auch so.
Feuerwehr wird in der Arbeit behindert
Auch hörten wir wieder das Wort Gravitation, von dem wahrscheinlich die Wenigsten wissen, was das genau ist. Ja, mit Verdichtung und Bildung von Ballungszentren gibt es mehr Menschen, mehr Infrastruktur, mehr Verkehr, mehr Staus (Kreisel in Au) und mehr Wohnquartiere, die eine Temporeduktion oder Verkehrsberuhigungsmassnahmen erfahren.
Dies behindert das schnelle vor Ort sein der Notfalldienste. Wenn dann noch die Hubretter usw. im entfernten Hauptdepot stehen sollten, dauert die schnellste Route (reine Fahrtzeit) vom neuen Hauptdepot bis zu unserem Gemeindehaus, ausserhalb der Hauptverkehrszeiten, lange 8 Minuten.
Gerade noch wurde uns an der Bürgerversammlung gesagt, dass sich die Kosten der Heimplatzierungen (Kinderschutzmassnahmen) von 2020-2024 verdreifachten und wir darauf keinen Einfluss haben. KESB sei Dank.
«Es ist eben so»
Nun sollen wir dem Beitritt zum ZFUR zustimmen. Wir wissen aus Erfahrung, wie das herauskommt, trotz gegenteiliger Aussage vom eingeladenen Feuerwehr-Spezialisten.
Für den ZFUR wurde uns an der Bürgerinformation zugesichert, dass die Gemeinde bei anfallenden Kosten das Bestimmen hat. Klar, und am Schluss bestimmt dann wieder der Zweckverband, und der künftige Gemeindepräsident kann an den Bürgerversammlungen nur mit den Schultern zucken und sagen, es sei eben so.
«Die Katze im Sack kaufen»
Der Gemeindepräsident Reto Friedauer hat deutlich gemacht, dass für unser Dorf immer mehr Kosten auf uns zukommen. Und so frage ich, weshalb will man dann unbedingt die Katze im Sack kaufen und ein weiteres finanzielles Experiment starten? Mit der Steuererhöhung von 7% sagten die Bürger Ja, um die Finanzen der Gemeinde ins Lot zu bringen. Es war aber nicht die Rede davon, nun auch noch einem Zweckverband beizutreten und diesen mit zu finanzieren.
Wie es ein Mitbürger deutlich sagte, steht mit dem Zweckverband eine nächste Steuererhöhung in den Startlöchern. Mit dem Totschlag Argument Sonderfinanzierung wird uns nur Honig um den Mund gestrichen. Sonderfinanzierung ist nichts anderes als auch Einnahmen aus Steuern oder Abgaben, welche durch uns bezahlt werden.
Darum ein grosses NEIN zum Beitritt in den ZFUR. Lassen wir unsere Feuerwehr im Dorf und schauen erst mal, wie sich das mit dem zukünftigen Zweckverband entwickelt.
Marcel Toeltl, St. Margrethen