Als deutscher Mitbürger der Gemeinde im Dienst unserer Feuerwehr bin ich mir bewusst, dass ich in St.Margrethen kein Stimmrecht habe. Doch gerade, weil ich die direkte Demokratie der Schweiz gegenüber Deutschland sehr schätze und sie als vorbildlich empfinde, wünsche ich mir, dass der Gemeinderat die Anliegen der Bevölkerung ernst nimmt und sie – im Sinne dieser demokratischen Kultur – so weit wie möglich in seiner Politik widerspiegelt.
Denn es ist momentan wirklich erstaunlich, wie sich der Gemeinderat von St.Margrethen immer weiter von den Bedürfnissen seiner Bürger entfernt. Bei der letzten Wahl haben die Bürger klar ihre Vertreter in den Gemeinderat gewählt – und diese Vertreter sind dem Volk gegenüber verpflichtet, nicht irgendwelchen politischen Ambitionen Dritter zu dienen, sondern ihrer Gemeinde. Doch genau das passiert gerade: Der Gemeinderat verfolgt eine Agenda, die mit den Interessen der Einwohner und insbesondere der eigenen Feuerwehr wenig zu tun hat, und setzt sich trotz Ablehnungsäusserungen über die Bedürfnisse derer hinweg.
Es scheint, als ob der Gemeinderat das Vertrauen der Bevölkerung und des FW-Kaders in ihre Feuerwehr nicht ernst nimmt. Anstatt die bestehende Struktur zu stärken, wird ein Zusammenschluss angestrebt, die für die Bürger und vor allem für die Feuerwehrleute keinerlei Vorteile bringt. Dies ist leider ein klassisches Beispiel für Politiker, die glauben, sie könnten ihre eigenen Visionen durchsetzen, ohne auf das Volk zu hören – man weiss, wie sich dies anderswo auch schon ins Negative entwickelt hat. Doch gerade die Feuerwehrleute und die Stimmbürger haben in dieser Frage am Abstimmungssonntag das letzte Wort.
Es ist höchste Zeit, dass unsere Lokalpolitik ihre Prioritäten überdenkt. Statt sich in bürokratischen Projekten zu verlieren, sollte sie sich darauf besinnen, was in der Gemeinde wirklich zählt: eine starke Feuerwehr, die verankert und geschätzt ist. Das Modell des ZFUR führt uns auf einen gefährlichen Weg – und der Gemeinderat muss endlich aufhören, in einer politischen Blase zu leben und wieder auf die Menschen hören, die ihn gewählt haben. Ein NEIN an der Urne könnte zum notwendigen Umdenken beitragen.
Raffael Petermann, Unteroffizier FW-St. Margrethen