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Region Rheintal
08.01.2026
08.01.2026 08:42 Uhr

Rheintal trotzt der Wohnungsknappheit

Trotz Wohnungsknappheit im Rheintal bleibt der Immobilienmarkt robust und die Nachfrage auch 2026 hoch.
Trotz Wohnungsknappheit im Rheintal bleibt der Immobilienmarkt robust und die Nachfrage auch 2026 hoch. Bild: zVg
Rund 1000 Investoren, Bauunternehmer und weitere Exponenten der Immobilienbranche trafen sich am Mittwoch am Immobilienforum der St.Galler Kantonalbank in St.Gallen, dem grössten Ostschweizer Anlass der Immobilienbranche.

Thomas Stucki, Anlagechef der St.Galler Kantonalbank, präsentierte die Zinsaussichten für das Jahr 2026. Die Schweizerische Nationalbank bleibe beim Leitzins von 0.0 Prozent. Trotz der tiefen Inflation sehe die SNB keinen Anlass, erneut Negativzinsen einzuführen. Zwar werde der Franken gegenüber dem US-Dollar teurer, welcher von der Unsicherheit bezüglich der Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed belastet werde.

Aus Sicht der SNB gleiche die höhere Inflation im Ausland die Stärke des Frankens jedoch aus. Für eine Zinserhöhung sei das Wachstum der Schweizer Wirtschaft im Jahr 2026 weiterhin zu schwach. Die tiefen Zinsen hielten die Nachfrage nach Immobilien hoch, insbesondere bei institutionellen Investoren.

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Rheintaler Immobilienmarkt zeigt sich robust

Christine Eugster von Wüest Partner gewährte einen Einblick in die jüngsten Entwicklungen am Ostschweizer Immobilienmarkt. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten zeigten sich die Eigenheimmärkte im Rheintal bislang robust.

Auch für das Jahr 2026 sei davon auszugehen, dass die solide Nachfrage die Preise für Wohneigentum stützen werde. Das Angebot bleibe hauptsächlich bei Einfamilienhäusern knapp, während sich bei Eigentumswohnungen ein vergleichsweise breites Angebot zeige.

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Die 10-Millionen-Schweiz

Michele Salvi, Vizedirektor von Avenir Suisse, zeigte auf, dass die Schweiz auf eine Bevölkerung von zehn Millionen Menschen zusteuert. Jährlich wachse die Bevölkerung um die Grösse einer Stadt wie Lugano. Anhand aktueller Bevölkerungs-, Bau- und Bewilligungsdaten machte er deutlich, dass der Druck auf Wohnraum und Infrastruktur weniger dem Wachstum selbst geschuldet sei als vielmehr den politischen Vorgaben.

Knappheit sei kein Marktversagen, sondern ein Regelversagen. In drei Thesen plädierte er für eine stärkere marktwirtschaftliche Steuerung anstelle fixer Pläne, für schnellere und verlässlichere Bewilligungsverfahren sowie für eine attraktivere Standortpolitik, insbesondere in der Ostschweiz. Raumpolitik sei immer auch Standortpolitik: Wer Raumentwicklung erschwere, erschwere Wachstum und Wohlstand.

pd/ako
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