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Vorarlberg
01.07.2022

Zwei junge Frauen im Schlaf missbraucht

Das Urteil des Landesgerichtes Feldkirch wurde von den Obergerichten bestätigt
Das Urteil des Landesgerichtes Feldkirch wurde von den Obergerichten bestätigt Bild: vol.at
Ein Dreissigjähriger verging sich an zwei Schwestern, 22 bzw. 34 Jahre alt, die jeweils schliefen. Und wurde dafür jetzt höchstgerichtlich zu 21 Monaten Haft, davon sieben Monate unbedingt, verurteilt. Seine Verantwortung: Er sei schlafgewandelt.

Kaum zu glauben, mit welchen absurden Dingen sich die Strafgerichte beschäftigen müssen. So hatte ein dreissigjähriger Mann aus dem Bezirk Dornbirn bei Übernachtungen in der Wohnung seiner «besten platonischen Freundin» im Jahre 2019 die jüngere, 22-jährige Schwester seiner Übernachtungsgastgeberin, an den Geschlechtsteilen berührt, während diese schlief. Die beiden hatten alkoholisiert gemeinsam in einem Bett gelegen.

Mit Ellbogen weggestossen

Nach den gerichtlichen Feststellungen stiess die Frau den Angeklagten mit dem Ellbogen von sich weg, als sie aufwachte. Der «platonischen Freundin» des Verurteilten und älteren Schwester der im Schlaf Begrabschten war dies offenbar keine Warnung. Denn mehr als ein Jahr nach der Ersttat, im September 2020, liess sie den zudringlichen Mann wieder einmal bei sich in ihrem Bett übernachten. Was zuvor schon öfters vorgekommen sei, ohne dass es laut Urteil zu Übergriffen gekommen sei.

Doch diesmal betatschte der Dreissigjährige auch sie unterhalb der Gürtellinie, während sie geschlafen hatte. Für diese beiden Übergriffe wurde der offenbar liebesbedürftige Mann vom Landesgericht Feldkirch wegen «sexuellen Missbrauchs von Wehrlosen» zu 21 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, wovon allerdings vierzehn Monate auf die Dauer von drei Jahren bedingt nachgesehen wurden. Bleiben sieben in Haft zu verbringende Monate übrig.

Verminderte Zurechnungsfähigkeit durch Alkoholkonsum

Wobei die Unbescholtenheit und die alkoholbedingte Beeinträchtigung bzw. verminderte Zurechnungsfähigkeit mildernd gewertet wurden. Das Urteil wurde jetzt letztinstanzlich von den Höchstgerichten bestätigt.

Kurios war die Verantwortung des Beschuldigten, der sich nicht für schuldig bekannte und behauptete, er habe die Taten begangen, weil er Schlafwandler sei. Die Grapschereien seien unabsichtlich und unbewusst passiert. Er wollte deshalb, dass das Gericht ein Gutachten zu dieser Frage einhole. Dieses Ansinnen wurde abgelehnt, weil es für eine Schlafwandelei keinerlei Anhaltspunkte gegeben habe.

rheintal24/gmh/uh