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15.01.2022
15.01.2022 15:48 Uhr

Wegen Pandemie geschlossen: Klartext in Oberegg

Deutliche Gästeinformation im Eingangsbereich der derzeit geschlossenen Wirtschaft «Falken» im Sulzbach
Deutliche Gästeinformation im Eingangsbereich der derzeit geschlossenen Wirtschaft «Falken» im Sulzbach Bild: zVg/Peter Eggenberger
Verschiedene Restaurants in der Region Appenzeller Vorderland sind derzeit aus Corona- oder anderen Gründen geschlossen. So auch der «Falken» im Sulzbach zwischen Oberegg und Berneck, wo die Schliessung mit eigenwilligem Klartext begründet wird.

Der kurze Text im Eingangsbereich könnte vom legendären Seppetoni Bischofberger stammen, der seinerzeit im «Falken» wohnte. Die Wirtschaft wurde ab 1904 von seinem Bruder geführt. Der kleinwüchsige, nur 85 Zentimeter grosse Seppetoni ist als Meister der Schlagfertigkeit in die Geschichte eingegangen. Seinetwegen war der «Falken» in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein überaus beliebtes Ausflugsziel für Familien, Schulreisen, Vereine und andere Gästegruppen.

Seppetoni liess sich gerne bestaunen und fotografieren, und mit dem Spruch «Wa zallscht, wenn i hereschto?» hatte er die Lacher auf seiner Seite. Gerne wurde dem Wunsch des kleinen Mannes entsprochen, der nach dem Ablichten zu einem Trunk in der Wirtschaft eingeladen wurde. Seppetoni verstarb 1940. Überlebt hat ihn seine 1944 verstorbene, zehn Zentimeter kleinere Schwester Kathri, die im Gegensatz zu ihrem leutseligen Bruder ausgesprochen schüchtern und am liebsten im Hintergrund tätig war.

Peter Eggenberger