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St. Margrethen
16.08.2022
16.08.2022 14:52 Uhr

Öffentliche Begehung der Ortsgemeinde St.Margrethen

Referent Josef Benz, Revierförster Thal bis Lüchingen, informierte die Gäste über die Arbeiten zur Waldpflege sowie über den Wandel im Wald über die Generationen.
Referent Josef Benz, Revierförster Thal bis Lüchingen, informierte die Gäste über die Arbeiten zur Waldpflege sowie über den Wandel im Wald über die Generationen. Bild: zVg
An der öffentlichen Begehung der Ortsgemeinde St.Margrethen im oberen Heldsberg erhielten die Gäste wissenswerte Informationen zur Waldwirtschaft, lauschten einem Konzert mit Naturklängen und probierten sich im Schnitzen mit dem Sackmesser.

Die Ortsgemeinde St. Margrethen führte am Samstag, 13. August 2022, die jährliche öffentliche Begehung durch. Dieses Jahr folgten der Einladung in den oberen Heldsberg über 110 Personen aus St. Margrethen und den benachbarten Ortsgemeinden. Nach der Begrüssung durch Präsident Rolf Künzler informierten und begeisterten die drei Postenrundgänge.

Vor rund hundert Jahren war der Wald Arbeitsort und Energielieferant. In den Wäldern der Region wurden hauptsächlich Monokulturen mit Rottannen angebaut. Diese waren robust, einfach in der Verarbeitung und konnten in verschiedenen Stadien geerntet werden. Die Möglichkeiten der Industrie waren noch beschränkt und die Arbeiten mussten einfach und schnell gehen.

Pflege des Waldes entscheidend

Die heutigen Generationen erleben den Wald hauptsächlich als Erholungsgebiet. Es wird gewünscht, dass die Wege aufgeräumt und der Wald sicher begehbar ist. Der Wald soll der Biodiversität gerecht werden und einen vielfältigen Baumbestand aufweisen. Damit die genannten Attribute für die Besucherinnen und Besucher erfüllt sind, benötigt der Wald Pflege. Ausgewachsene oder kranke Baumbestände werden gefällt und ermöglichen mit dem Verkauf des Holzes ein Einkommen.

Auf den so entstehenden, mit Licht gefluteten Lichtungen versamen sich neue Bäume oder werden durch das Forstteam neu gepflanzt und gepflegt. Mit den heute extremeren Klimabedingungen wie sich wechselnde Nässe und Trockenheiten oder Schäden durch Käfer und dem Wunsch nach Biodiversität verändert sich die Baumzusammensetzung laufend.

Ein Förster bewirtschaftet den Wald mit dem Fokus auf die Zukunft. Bis der Wald «erwachsen» ist, vergehen mehrere Jahrzehnte. Die Ernte wird die nächste oder übernächste Generation übernehmen. Doch was wird für die nachfolgenden Generationen wichtig? Dieser schwierige Entscheid ist heute nach bestem Wissen und Gewissen zu fällen, im Wissen, dass es für die kommende Generation vielleicht nicht der beste Entscheid sein wird.

Referent Felix Immler zeigt an einem praktischen Crashkurs, wie die das Schnitzen mit dem Sackmesser funktioniert. Bild: zVg

Crash-Kurs mit Sackmesserprofi

Selber Hand anlegen konnte man beim Posten von Felix Immler. Er ist in St. Margrethen wohnhaft und ist seit mehreren Jahren als Sackmesser-Pädagoge bei einem grossen Taschenmesserhersteller angestellt. An seinen mehrstündigen Kursen bringt er hauptsächlich Kindern den korrekten Umgang mit dem Sackmesser bei. Da er an der Begehung nur knapp eine halbe Stunde Zeit hatte, entschied sich Felix Immler für einen Crashkurs. Alle Interessierten statteten sich mit einem Schnitzmesser und einem Stock aus. Nach der ersten Sicherheitsinstruktion durfte das Messer an den Stock gesetzt werden. Wer die richtige Technik anwendete stellte sofort fest, dass mit wenig Kraftaufwand ein schnelles Resultat erzielt wird.

Musiker Enrico Lenzin begeisterte die Gäste mit Tönen aus verschiedensten (Natur-)Gegenständen. Bild: zVg

Ohne viele Worte kam das Konzert von Enrico Lenzin aus. Mit den Tönen aus teilweise unüblichen Instrumenten begeisterte er alle vom jüngsten bis zum ältesten Gast. Das Instrumentesortiment von Enrico Lenzin reichte vom einfachen Baumstamm als Trommel, einen ausgehöhlten Stamm als Blasinstrument, über zwei Quietsche-Schweinchen die im Duett konzertierten, bis hin zu den klassischen Tönen von Alphorn und Talerschwingen.

Gemütlicher Abschluss

Traditionsgemäss erhalten alle Besucherinnen und Besucher im Anschluss an den informativen Teil einen Imbiss vom Grill. Dank des grossartigen Sommerwetters verweilten sich die Gäste bis in die frühen Abendstunden im oberen Heldsberg.

pd/rheintal24