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Widnau
28.06.2022
28.06.2022 14:57 Uhr

Präsidentenwechsel nach 16 Jahren

 Urs Sieber (rechts) übergibt das Amt des Präsidenten des Kulturvereins Widnau an Sven Rieser.
Urs Sieber (rechts) übergibt das Amt des Präsidenten des Kulturvereins Widnau an Sven Rieser. Bild: mia
An der Hauptversammlung des Kulturverein Widnau wurde Sven Rieser zum neuen Präsidenten gewählt. Er ersetzt Urs Sieber, der nach 16 Jahren an der Spitze des Vereins zurücktritt.

Rund 50 der insgesamt 360 Mitglieder nahmen an der Hauptversammlung des Kulturvereins teil. Trotz warmen Temperaturen genossen die Anwesenden den Abend, der mit einem interessanten Referat von Kuno Bont eröffnet wurde. Als Kulturschaffender konnte er über seine Arbeit aber auch über die Hürden, die den Kultur- aber auch Kunstschaffenden oft im Wege stehen, berichten. Sein Wunsch nach Kultur gehe weit zurück. Bereits in der zweiten Klasse habe er mit einem Freund Kasperlitheater gespielt und dafür fünf Rappen von den Zuschauern eingezogen.

Der Titel seiner Geschichten sei immer gleich gewesen, der Inhalt aber immer verschieden. Er habe improvisiert und das Geld während der Pause eingezogen. «Damit niemand ohne Bezahlung weggeht», erklärte er und kam somit auf das Thema Geld zu sprechen. Ohne Geld könne nämlich Kultur nicht überleben. Kuno Bont hat vieles im Rheintal bewegt. Er erinnerte sich an die «Landarte» im Jahr 2003, die Gründung der Freilichtbühne Rüthi und weitere Projekte, die er realisierte. Er sei sogar zum Operndirektor der Werdenberger Schlossspiele aufgestiegen.

Mit 70 Jahren wolle er nun kürzertreten und mit seiner Kamera als Einmann-Betrieb unterwegs sein. Er hofft, dass jemand noch sein Wunschprojekt realisiert. «Ich hätte noch gerne Töne aus den Felsen geholt und das Ganze mit einem Orchester untermauert», sagt er. Leider werde dieses Projekt jemand anders in Angriff nehmen müssen.

Der Rheintaler Autor und Regisseure Kuno Bont berichtete über seine Erfahrungen als Kulturschaffender. Bild: mia

Die längste Präsidentenamtszeit

Zum letzten Mal führte Urs Sieber als Präsident die Versammlung. Kurz fasste er das letzte Jahr zusammen, mussten doch wieder wegen der Pandemie einige Anlässe abgesagt werden. Dies machte sich auch in der Jahresrechnung bemerkbar. Anstatt dem budgetierten Verlust konnte der Kassier Michael Hutter sogar einen Gewinn vorweisen.

«So lange wie Urs Sieber hat noch niemand bei uns als Präsident ausgehalten», sagte Andy Fehr in seiner Laudatio. Sein Führungsstil sei eher leger gewesen, dafür hätten die Sitzungen immer lange gedauert, weil der Kulturverein-Vorstand undiszipliniert sei. «Und Urs hat uns nie zurechtgewiesen», betonte Andy Fehr. Während seiner Amtszeit habe Urs Sieber rund 80 Ansprachen bei verschiedensten Anlässen gemacht und für die «Kulturposcht» 16 Editorials geschrieben. Erfreulich sei, dass er als Beisitzer weiterhin im Vorstand des Kulturvereins bleibt. Mit grossem Applaus und einer speziell, von Peter Federer angefertigten Eisenplastik, wurde er von den Mitgliedern verabschiedet.

Bild: mia

Mit Jugendpower in die Zukunft

Urs Sieber stellte im Anschluss seinen Nachfolger, den 45-jährigen Sven Rieser vor. Bereits seit 2018 gehört er zum Vorstand. Er möchte den Verein mit neuen Ideen und Jugendpower in die Zukunft führen. Einstimmig wurde er zum neuen Präsidenten gewählt, genauso wie die restlichen Vorstandsmitglieder, Daniela Grabher, Patricia Köppel Susi Miara, Andy Fehr, Urs Spirig, Michael Hutter, Peter Federer, Tobias Regler und Urs Sieber.

Mit einem Ausblick auf das Jahresprogramm mit «La Signora» am 11. November, der Ausstellung Sepp Alge in der dOséra am 25. November, der Ausstellung mit Erna Lang in der Raiffeisenbank am 21. Januar 2023, und dem Kinderanlass mit dem Grimm-Märchen «S’tapfere Schnyderli» am 5. Februar 2023, konnte die HV zum gemütlichen Teil und zu den kulinarischen Köstlichkeiten aus der «Habsburg»-Küche wechseln.

pd/rheintal24