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Altstätten
15.04.2022
15.04.2022 09:39 Uhr

Ausstellung zum Jubiläum: 50 Jahre Mummenschanz

So ist die Mummenschanz-Truppe heutzutage aufgestellt.
So ist die Mummenschanz-Truppe heutzutage aufgestellt. Bild: pd
50 Jahre ist die Mummenschanz-Truppe, die ihre Wurzeln in Alstätten hat, nun schon unterwegs. Sie feiert das Jubiläum mit einer grossen Tournee, einem Buch wie auch einer Briefmarke und lässt das HVM in Form einer Jubiläumsausstellung mitfeiern.

Mit ihrer poetischen, fantasievollen und tiefsinnigen Art der Performance hat Mummenschanz von der Schweiz ausgehend die Welt erobert. 1972 gründeten Bernie Schürch (1944), Andres Bossard (1944-1992) und die aus Altstätten stammende und immer noch dort wohnhafte Floriana Frassetto (1950) die Truppe und schafften bald den Sprung in die USA. Der Broadway war damals ihr grosses Ziel.

Mummenschanz-Stiftung mit Sitz in Altstätten

Inzwischen sind sie längst weltbekannt. Ihr einzigartiges Maskentheater ohne Musik und Bühnenbild – ihre Sprache ohne Worte wird rund um den Globus verstanden. Zum 50. Geburtstag ist Mummenschanz in seiner heutigen Formation mit einem jungen Team unter der Leitung von Floriana Frassetto auf Jubiläumstournee unterwegs und mit einer grossen Retrospektive im Historischen und Völkerkundemuseum (HVM) in St.Gallen zu Gast.

In der Ostschweiz hat die Truppe seit 1988 ihre «Homebase». Die Mummenschanz Stiftung mit Sitz in Altstätten trägt die Ideen und Ausdrucksformen dieser einzigartigen Formation weiter.

Floriana Frassetto ist schon seit der Gründung bei Mummenschanz dabei. Bild: pd

Theaterbesuch in «slow motion»

Die Jubiläumsausstellung im HVM lässt in die Theaterwelt von Mummenschanz eintauchen und bringt ihre einzigartige Geschichte näher. Es ist ein Theaterbesuch in «slow motion», mit der Möglichkeit, bei den unverwechselbaren Momenten innezuhalten und sie zu geniessen. Die ersten grossen Erfolge feierte Mummenschanz in New York. So wird man auch in der Ausstellung zuerst umfangen vom Strassenlärm und den bunten Leuchtreklamen, die Mummenschanz am Broadway ankündigen.

Dann betritt man eines dieser geschichtsträchtigen Art-Déco-Theater. Im «Foyer» erinnern nostalgische Plakate an frühere Auftritte – von Buenos Aires bis Bogota, von Yokohama bis Rapperswil. Neben der Jubiläumsbar öffnet sich ein Fenster zum «Atelier» von Mummenschanz, wo Kostüme aufbewahrt sind und ungewöhnliche Materialien zu neuen Stücken inspirieren.

Bild: pd

Auf dem Weg in den «Theatersaal» hört man bereits den Applaus der Zuschauer. Dann heisst es: «Bühnen frei!». Hier sind die berühmtesten Masken zu sehen, aber auch Skizzen, Fotografien und Filmclips aus den letzten 50 Jahren. Hier warten der «Slinky Man» und die «Toilettenpapier-Gesichter», die «Ballerina» und der «Octopus».

Bild: pd

Rahmenprogramm und Jubiläumspublikation

Vertiefende Einblicke ins Thema bietet das Veranstaltungsprogramm, zu den Highlights gehören eine Führung und Workshops mit Floriana Frassetto. Und auch ein Buch zum Jubiläum, verfasst vom Schweizer Autor Roy Oppenheim, lässt in die Theaterwelten von Mummenschanz eintauchen. Das Buch zeichnet die spannende und berührende Geschichte der Truppe nach. Ehemalige und heutige Akteure – Zeitzeugen aus fünf Jahrzehnten kommen mit Bildern, Zeichnungen und Texten zu Wort.

rheintal24/pez/pd