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Altstätten
16.03.2022
16.03.2022 14:58 Uhr

Notfallzentren kommen nicht - noch keine weiteren Pläne für Altstätten

Noch offen ist, wie es mit dem Spital Altstätten weitergeht
Noch offen ist, wie es mit dem Spital Altstätten weitergeht Bild: srrws.ch
An den Standorten der geschlossenen vier Spitäler hat die St.Galler Regierung als Ersatz neuartige Gesundheits- und Notfallzentren (GNZ) vorgesehen. Dies wurde vom Kantonsrat 2020 so abgesegnet. Im angekündigten Umfang werden die Pläne aber nicht umgesetzt. Für den Standort Altstätten gibt es noch keine konkreten Pläne.

Die St.Galler Regierung beschrieb in ihrer Botschaft zur Spitalstrategie die geplanten Gesundheits- und Notfallzentren (GNZ) folgendermassen: Es handle sich um eine "klar erkennbare und gut erreichbare Anlaufstelle in Notfallsituationen". Das Angebot sei "ein Service public, der dem Sicherheitsbedürfnis in der Bevölkerung Rechnung trägt". Die Rede war von einer "Walk-In-Praxis", einem 7x24 Stunden Betrieb samt einigen Betten.

Im Parlament waren die vier geplanten GNZ unbestritten. Sie wurden im Dezember 2020 unter Ziffer 2 in den Kantonsratsbeschluss zur Spitalstrategie aufgenommen. Dort werden die künftigen Standorte der Gesundheits- und Notfallzentren namentlich aufgezählt: "Rorschach, Altstätten, Wattwil, Flawil".

Im Juni 2021 folgte eine kantonale Abstimmung, bei der 77 Prozent der Stimmberechtigten finanzielle Zuschüsse an die GNZ aus der Staatskasse bewilligten.

Notfallangebot fällt weg

Inzwischen sind die Spitäler in Flawil und Rorschach schon länger geschlossen. Von Rund-um-die-Uhr betriebenen Notfallzentren ist aber an beiden Standorten keine Rede mehr. Als Grund gibt die Regierung jeweils die Beurteilungen der lokalen Ärzteschaft an. Die Bevölkerung wurde dazu nicht befragt.

In der Antwort auf einen Vorstoss schrieb die Regierung: Bei einem Meinungsanlass mit der Ärzteschaft der Region Rorschach "hat sich ergeben", dass für eine eigenständige Notfallanlaufstelle mit erweiterten Öffnungszeiten kein Bedarf gesehen wird. Geplant sei die Zusammenarbeit mit den Notfallstationen des Kantonsspitals und der Hirslanden Klinik Stephanshorn in St.Gallen. Diese seien von Rorschach aus innerhalb von 20 Minuten erreichbar.

Zu Flawil heisst es: "Ein rund um die Uhr geöffnetes Notfallzentrum am Standort erachtet die Ärzteschaft aufgrund der Nähe zu St. Gallen und Wil als nicht notwendig."

Veranstaltungen mit der Ärzteschaft

Auf die Frage, wie diese Einschätzungen zustande gekommen sind, verweist das Gesundheitsdepartement auf Veranstaltungen mit der Ärzteschaft, an der sich diese Haltung gezeigt habe. Danach sei der Entscheid definiert und jeweils an einer weiteren Sitzung bestätigt worden.

Selbstverständlich gebe es in der niedergelassenen Ärzteschaft auch nach diesem Prozess unterschiedliche Meinungen zum notwendigen Leistungsangebot an den ehemaligen Spitalstandorten, erklärte Gesundheitschef Bruno Damann (Mitte) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Aus den bis heute geführten Gesprächen könne aber festgehalten werden, dass die Ärzteschaft den Verzicht auf einen Notfall an beiden Orten "nachvollziehen und mittragen" könne.

Vom Verwaltungsrat der St.Galler Spitalverbunde heisst es, die Einschätzungen der Ärzteschaft zu Flawil und Rorschach decke sich mit der eigenen Bewertung. Das Konzept mit den vier GNZ werde weiterverfolgt und an die regionalen Bedürfnisse ausgerichtet. "Vereinfacht formuliert: Das ‘N’ in GNZ, welches für den Notfall steht, wird nicht angeboten, das restliche Leistungsangebot hingegen schon."

Ausnahme in Wattwil

Damit wird es vorerst nur an einem von vier Standorten ein Gesundheits- und Notfallzentrum geben, wie es einmal angekündigt wurde: Nämlich in Wattwil, betrieben durch ein privates Unternehmen. Die Berit Klinik AG bietet dort ab April eine Notfallanlaufstelle mit Ärztinnen und Ärzten und pflegerischem Personal und fünf Betten an, geöffnet während 24 Stunden an 365 Tagen.

Noch keine konkreten Pläne gibt es für Altstätten. Das Spital wird erst 2026 oder 2027 geschlossen. Es gebe unter der Federführung der Stadt Altstätten eine Projektgruppe, die eine Nachfolgelösung plane, heisst es vom Verwaltungsrat der Spitalverbunde. Vertreten seien darin neben der Stadt auch der Kanton, die niedergelassene Ärzteschaft und die Spitalregion.

Keystone-SDA