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Berneck
24.01.2022
25.01.2022 14:08 Uhr

Carlos Martinez gewinnt Studienauftrag

Der Rheintaler Carlos Martinez gehört zu den Top-Shots in der Schweizer Architektenszene
Der Rheintaler Carlos Martinez gehört zu den Top-Shots in der Schweizer Architektenszene Bild: who-s-who.ch
Das Bernecker Architekturbüro Carlos Martinez hat den Studienauftrag für die Überbauung des ehemaligen Raduner-Areals in Horn gewonnen. Mit dem Projekt «ma maison au bord du lac» hat sich das Siegerteam gegen sechs Mitbewerber durchgesetzt.

Auf dem 32'462 Quadratmeter grossen Areal zwischen Bodensee und Seestrasse sollen ab Herbst nächsten Jahres 230 bis 240 Wohnungen und einige Gewerberäume entstehen.

Die Mettler2Invest AG erwarb im Januar 2021 das ehemalige Raduner-Areal in Horn von der Eberhard Bau AG. Die beiden erworbenen Parzellen Nr. 3 und 12 weisen eine Gesamtfläche von 32‘462 m2 auf.

Im Juli 2021 lancierte Mettler2Invest einen Studienauftrag für die Überbauung des Areals. Dazu wurden sieben Architekturbüro eingeladen. Ziel des Studienauftrages war es, Vorschläge zu erhalten, die hinsichtlich Städtebau, Architektur und Aussenraumgestaltung überzeugen.

Die Jurierung des Studienauftrags erfolgte im November 2021. Das Projekt «ma maison au bord du lac» von Carlos Martinez Architekten Berneck und Parbat Landschaftsarchitektur St.Gallen ging als deutlicher Sieger hervor.

Die Projektstudie dient nun als Richtprojekt für die Erarbeitung des Gestaltungsplans. Dieser soll Ende 2022 öffentlich aufgelegt werden. Im Idealfall könnten die Bauarbeiten im Herbst 2023 beginnen. Die erste Etappe der Wohn- und Gewerbeüberbauung «Arrivée» wäre dann ab Herbst 2025 bezugsbereit.

Bild: PD

«Spannende Stadtfigur aus liegenden und stehenden Elementen»

Die Grundidee des Beitrags fusst auf der Absicht, einen Quartierbaustein zu entwickeln, der zwischen dem neu vorgeschlagenen Gewerbe- und Dienstleistungszentrum mit grösseren Volumen im Westen und der kleinteiligen Wohnzone im Osten vermitteln kann.

Dazu wird zuerst recht generisch eine Art formale Systematik entwickelt, die vorsieht, durch jeweils zwei unterschiedlich dimensionierte und übereinander geschobene Prismen, je winkelartige Figuren zu entwickeln. Diese solitären Stadtbausteine aus je zwei ineinander verschobenen und verschränkten Baukörpern bilden in der Schnittfläche im Erdgeschoss einen grossen gemeinsamen Eingangsbereich mit Entrée.

Die neun derart überformten Volumen sind pragmatisch-kompositorisch so gelegt, dass die Parzellengeometrie optimal ausgenutzt werden kann. Im Ergebnis führt dies zu einer spannenden Stadtfigur, die aus liegenden und stehenden Elementen besteht, die zudem auch noch in ihrer Vertikalität variieren. Insbesondere zur Kantonsstrasse hin ergibt sich so eine Rückstaffelung mit entsprechenden gut nutzbaren Vorzonen und -räumen.

Auch die Adressierung erfolgt pragmatisch; einerseits von der Strasse her urban gedacht und andererseits via eines rückwertigen Wegnetzes in der Parzelle selber.

Dieser Logik folgt auch die Nutzungsverteilung: Im Westen befinden sich in einem quadratischen Punkthaus zusammengefasst alle Gewerbenutzungen, zur Strasse hin liegen in vier Häusern die Mietwohnungen und am Seeufer sind die Stockwerkeinheiten angesiedelt.

Bild: PD

Fazit der Jury

Der Studienbeitrag erinnert in seiner sympathischen Schlüssigkeit beinahe an den Werbeslogan einer deutschen Schokolade: «Quadratisch. Praktisch. Gut». Darüber hinaus bietet der Beitrag viele gute Einzelideen in der gesamten Breite der Disziplinen. Diese fügen sich zu einem klugen, flexiblen und überzeugenden Ganzen.

leaderdigital.ch/stz.