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St. Margrethen
23.01.2022
23.01.2022 10:25 Uhr

«Die Zusammenarbeit ist perfekt»

Philipp Caimi, Versicherungsberater und Präsident des St.Margrethner Gewerbevereins
Philipp Caimi, Versicherungsberater und Präsident des St.Margrethner Gewerbevereins Bild: zVg
Philipp Caimi ist Präsident des Gewerbevereins St.Margrethen und hat mit rheintal24 über den Aufschub der grossen Gewerbeausstellung, sowie Corona als grössten Versicherungsschadensfall gesprochen.

«Die Gwerbler wissen sich immer zu helfen» antwortet Philipp Caimi, Präsident des Gewerbevereins St.Margrethen, wie aus der Pistole geschossen auf die Frage, wie denn seine Mitglieder mit der Pandemiezeit zurechtgekommen sind. «Mir ist nicht bekannt, dass einer unserer Gewerbebetriebe wegen Corona nicht überlebt hätte. Aber es war natürlich für alle eine sehr herausfordende Situation.»

Lieferservice eingerichtet

Da seien mit sehr viel Phantasie etwa Lieferservice eingerichtet worden, wo man Essen bestellen oder auch Schrauben ordern konnte. So habe sich auch beim Spezialitätenhändler Caviezel nach seinem Wissen das Plus und Minus die Waage gehalten.

«Was für St.Margrethen und den Gewerbeverein unglaublich wichtig war und ist, ist Zusammenhalt. Ein Zusammenhalt, der Stärke und Hoffnung gibt, dass man positiv aus der Krise kommt, dass die Kleinbetriebe ihre Kunden, die sonst nach Österreich abwandern, halten können.»

Doch nicht nur als Gewerbevereinspräsident wurde Philipp Caimi von Corona in Schwung gehalten, auch als Versicherer hatte er damit viel zu tun: «Das war in der Versicherungsbranche der grösste Schadensfall überhaupt. Denn viele waren epidemie- oder reiseversichert.»

Lehrstellen innerhalb des Ortes besetzen

Dem Gewerbeverein St.Margrethen sei es ein grosses Anliegen, dass die Lehrstellen im Ort auch mit jungen Menschen aus dem Ort besetzt werden können. «Da arbeiten wir etwa mit dem Dorfblatt «Mosaik» zusammen, damit wir Ausbildner und Lernende zusammenführen können.»

Um der Gastronomie in Zeiten von Corona zu helfen, wurde bei sämtlichen Restaurants der Gemeinde Gutscheine gekauft und den knapp einhundert Mitgliedern des Gewerbevereins angeboten. Philipp Caimi: «Diese Zahl ist leicht rückgängig. Dafür haben wir eine gut Durchmischung an Branchen und der Grösse der Mitgliedsbetriebe. Das geht vom Familienbetrieb bis zum international tätigen Unternehmen wie Bauwerk. So lernen wir die Sorgen und Nöte aller Wirtschaftstreibenden kennen und helfen, wo nötig und wo möglich.»

Ausstellung verschoben

Die Zusammenarbeit mit der politischen Gemeinde verlaufe aussergewöhnlich gut. «Dort unterstützt man uns perfekt bei allen Aktionen. Die Kooperation ist tiptop.» Dennoch musste der Gewerbeverein die grosse Gewerbeausstellung, die alle fünf Jahre jeweils in der Mehrzweckhalle Rheinau stattgefunden hat, letztes Jahr auf dieses Jahr verschieben. Was aber natürlich nicht Schuld der Gemeinde, sondern von Corona war.

«Angesichts der aktuellen Lage müssen wir jetzt entscheiden, ob wir die Gewerbeausstellung nochmals um ein Jahr auf 2023 verschieben, oder für einmal ausfallen lassen, um im üblichen Fünf-Jahres-Rhythmus 2026 weiter zu machen.»

Monatlich stattfindender «Gwerblerznüni»

Was aber weiter stattfinden soll, sind die typischen gewerbevereinsbezogenen Aktivitäten. Der monatliche «Gwerblerznüne», der Neujahrsanlass, bei dem man jährlich in einer anderen Firma zu Besuch ist, und natürlich die Organisation des Klausmarkts.

rheintal24/gmh/uh