Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
Gesundheit
21.01.2022
21.01.2022 11:59 Uhr

Neue Omikron-Subvariante breitet sich aus

Das Coronavirus kennt inzwischen viele Varianten
Das Coronavirus kennt inzwischen viele Varianten Bild: shutterstock.com
Ist das der Doppelschlag? Der Omikron-Untertyp „BA.2“ breitet sich in Norwegen, Schweden und Großbritannien zügig aus. In Dänemark hat sie der bisherigen Omikron-Variante BA.1 schon den Rang als dominante Form abgelaufen.

Nachdem die neuentdeckte Omikron-Variante BA.2 schon in mehreren mitteleuropäischen Ländern durch Analysen von Proben aus Kläranlagen nachgewiesen wurde, dürfte sie auch in der Schweiz angekommen sein. Durch die beiden Varianten könnte die Omikron-Welle zu einer Art «Doppelschlag» werden, erklärt der Genetiker Ulrich Elling. Die Wandelbarkeit des Erregers zeige, dass nur eine breite Immunantwort der Ausweg aus der Pandemie ist.

Spike-Protein unterscheidet sich deutlich

In Dänemark steigen die Infektionen durch den neuen Omikron-Untertyp an, während die Fälle mit BA.1 bereits zurückgehen. Ein ähnlicher Trend deute sich in England an. Das Spike-Protein der beiden Omikron-Typen unterscheidet sich deutlich - konkret in 18 Mutationen. Zum Vergleich: Die Delta-Variante hat im Spike-Protein insgesamt nur acht Mutationen gegenüber dem ursprünglichen Virus. Denkbar sei, dass BA.2 einem aufgebauten Immunschutz noch besser entkommen kann.

Das könnte bedeuten, dass Menschen, deren Immunität eine Infektion mit BA.1 noch abwehren konnte, vielleicht vor einer BA.2-Infektion weniger gefeit sind. Das sei plausibel, da BA.2 in dem Teil des Spike-Proteins, mit dem der Erreger an den Zellen andockt und auf den viele Antikörper abzielen - relativ viele Mutationen aufweist, so Genetiker Ulrich Elling  vom Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Akademie der Wissenschaften.

Noch infektiöser und schneller in der Ausbreitung

BA.2 könnte noch infektiöser sein und sich noch schneller ausbreiten: Denn der Typ weist ganz neue, aber insgesamt weniger Mutationen in den drei Spitzen des Spike-Proteins auf. Diese Strukturen sind für das Verschmelzen von Virus und menschlicher Zelle verantwortlich. Der bisher in der Schweiz dominante Omikron-Typ hatte dagegen viele Veränderungen, die einen Nachteil bei der Vermehrung darstellen könnten. BA.2 hat nun damit womöglich weniger zu kämpfen. Hier dürfte auch der Schlüssel dafür liegen, dass sich die bisherige BA.1-Variante von Omikron schwerer beim tieferen Vordringen in die Lunge tut und dass die Verläufe milder sind.

rheintal24/gmh/uh