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Altstätten
16.01.2022

Jodler im isländischen Urwald

Die vier «Urstimmen» v.l. Sabine Schädler, Tiziana Sarro, Daniel Koller und Balz Aliesch
Die vier «Urstimmen» v.l. Sabine Schädler, Tiziana Sarro, Daniel Koller und Balz Aliesch Bild: Ulrike Huber
Einen formidablen Auftritt lieferte am Samstagabend die A-Capella Gruppe «Urstimmen» im Diogenestheater. Der Applaus zwang die Sänger zu mehreren Zugaben.

Wenn man das Geräusch tibetischer Gebetsschalen zu hören glaubt, dazu noch typische Urwaldgeräusche mit Tierstimmen aller Art, und dazu zunächst ein isländisches Volkslied gesungen wird, das dann in das typische Schweizer «Lueg vo Bärg und Tal» übergeht, dann stehen die vier Stimmakrobaten von «Urstimmen» auf der Bühne.

Bild: Ulrike Huber

Von Nessun Dorma bis Halleluja

Urstimmen - das sind die vier Vokalkünstler Tiziana Sarro, Sabine Schädler, Beiz Aliesch und dem Gründungsmitglied Daniel Koller. In ihrem neuen Programm «Lieber lauter Lieblingslieder» präsentierten sie ebensolches. Angefangen mit «Nessun Dorma» aus Giacomo Pucchinis «Turandot» bis zu dem als erste Zugabe gesungenen «Halleluja» von Leonard Cohen.

Video: Ulrike Huber

Gewandet in schlichte graue und graublaue Anzüge, ohne ein einziges Instrument oder sonstiges Requisit auf der Bühne, fegten die vier «Urstimmen» energiegeladen durch ihr Programm. Also durch die Liste der Lieblingslieder der Truppe. Gemäss dem Programmtitel «Lieber laute Lieblingslieder». Mit starken indivuellen Stimmen und perfektem Box-Beat-Können.

Bild: Ulrike Huber

Sprühender Witz und tiefsinnige Momente

Es war ein Abend voll sprühendem Witz, Inspiration, tiefsinniger Momente und Herzlichkeit. Die Musikalität, die Arrangements und die Übergänge von Text zu Songs und zurück, also der dramaturgische Aufbau, waren einfallsreich und einfach grandios! Wie auch wunderbar harmonierenden Stimmen der vier Sängerinnen und Sänger. Bemerkenswert: die Show der Urstimmen wurde von der Regisseurin Rita Bänziger in Szene gesetzt. Also dieselbe Regisseurin, die auch bei der höchst erfolgreichen Diogenes-Eigenproduktion «Showstars» das Zepter in der Hand hielt.

Noch selten hat man eine derart kongeniale, eine derart sanfte Interpretation des unsterblichen AHA-Songs «Take me on» gehört. Noch selten wurden die schönen Melodienbögen dieses Lieds so exakt und gut herausgearbeitet.

Bild: Ulrike Huber

Wenn Du tanzt!

Aber ob Deutschrock mit originellen Texten («Dass diese Welt nicht zusammenfällt, liegt nur an Deinen Beinen. Wenn Du tanzt!») oder isländische Volksweisen, ob «Lueg vo Bärg und Tal» oder ein Balkan-Lied, das dem «Slibovice» huldigte, oder ob die Bee Gees auferstanden und «Staying alive» sangen, die Urstimmensänger verwandelten alles in Wohlklang mit überraschenden Arrangements.

Bild: Ulrike Huber

Das musikalische Programm wurde mit einem Augenzwinkern und originellen Übergängen zwischen den Songs serviert. Sogar in finnisch und italienisch. Das Publikum im ein weiteres Mal erfreulich gut gefüllten Diogenestheater forderte stürmisch Zugaben.

Bild: Ulrike Huber

Das Extralied «Halleluja» war ja noch geplant. Doch die Besucher wollten noch mehr und klatschten die vier Künstler nochmals auf die Bühne. Die Urstimmen erfüllten diesen Wunsch und liessen die Zuhörer über ihr Lieblingslied abstimmen. So kamen alle nochmals in den Genuss der isländischen Volksweise und dem Schweizer Volkslied «Lueg vo Bärg und Tal».

rheintal24/gmh/uh