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Berneck
06.01.2022
06.01.2022 14:14 Uhr

Die Stimme der Frau

Barocker Höhenflug mit der Sopranistin Jeanine de Bique und dem Ensemble «Il Prete rosso».
Barocker Höhenflug mit der Sopranistin Jeanine de Bique und dem Ensemble «Il Prete rosso». Bild: Max Pflüger
Am 22. Januar um 19:30 Uhr lädt das Kulturforum Berneck zu einem hochwertigen Konzert in die evangelische Kirche ein. Das Ensemble «Il Prete Rosso» interpretiert zusammen mit der renommierten Sopranistin Jeanine De Bique barocke Melodien.

Mit ihrer «dramatischen Präsenz und Vielseitigkeit» (Washington Post) und einem «schier unerschöpflichen Farben- und Nuancenreichtum» (Opernwelt) hat Jeanine De Bique in den vergangenen Jahren grosse internationale Aufmerksamkeit erregt. Mit der Trinidad geborene Sopranistin bringt das Konzert einen international bekannten Weltstar nach Berneck, der auf vielen grossen Bühnen der Welt bereits erfolgreich auftrat: In der Carnegie Hall New York, in der San Francisco Opera, in der Metropolitan Opera,  am Theater an der Wien, an der Deutschen Oper Berlin und an der Nationale Opera Amsterdam. Sie sang mit vielen renommierten Orchestern zusammen und trat an zahlreichen bekannten Festivals auf.

Das Barockorchester «Il Prete Rosso» wurde als semiprofessionelles Ensemble 2017 im Raum St. Gallen gegründet. Es führt in regelmässigen Konzerten Werke des Barocks für Orchester und Soloinstrumente auf. Der Name des Orchesters bezieht sich auf den bekannten Komponisten Antonio Vivaldi, der den Beinamen «Il Prete Rosso», der rote Priester, trug.

Vier Frauenschicksale

Im Zentrum des Konzerts stehen vier weibliche Charakteren aus Opern von Georg Friedrich Händler, deren Stimmen die Sopranistin Leben und Ausdruck verleiht. Rosalinda, Königin der Langobarden, hält treu zu ihrem totgeglaubten Ehemann, dem gestürzten König: «Ritorna, oh caro e dolce mio testore.» Alcina, eine skrupellose Zauberin, findet die echte Liebe und verliert dadurch ihre Zauberkraft: «Mi restano le lacrime». Deidamia, die Achill liebt und ihn doch an den Trojanischen Krieg verliert: «M’hai resa infelice» und schliesslich Cleopatra, ägyptische Pharaonin und Geliebte Caesars: «Non disperar, chi sa?»

Obwohl es im Bernecker Konzertabend die Zuhörenden mit grossen Schicksalen aus fernen Zeiten zu tun haben, kommen sie den vier Frauen in Händels Kompositionen durch ihren unmittelbar ausgedrückten Schmerz, ihre Sehnsucht, ihre Enttäuschungen und Hoffnungen ganz nahe. Ein unvergessliches musikalisches Erlebnis.

PD/Max Pflüger